Am Atomausstieg festhalten
Kernkraft ist eine Risikotechnologie, die niemals hundertprozentig sicher sein kann. Selbst wenn nur selten ein GAU wie in Tschernobyl eintritt - "kleinere" Störfälle wie im AKW Krümmel treten auch bei den deutschen Atomkraftwerken regelmäßig auf. Deshalb ist der Atomausstieg nach wie vor die richtige politische Entscheidung.
Aus Sicht des Klimaschutzes macht die Nutzung von Kernenergie keinen Sinn. Wenn die Atomlobby ihre strahlenden Meiler in einer aufwändigen Hochglanzkampagne als Klimaschützer bewirbt, dann ist das eine dreiste Irreführung. Auch die Atomstromerzeugung verursacht C02, vor allem durch die energieintensiven Herstellung der Brennstäbe: Eine Kilowattstunde Atomstrom verursacht 126 Gramm CO2 (zum Vergleich Windenergie: 22g). Die Kernenergie ist auch keine Lösung auf die knapper werdenden fossilen Ressourcen und durch steigenden Rohstoffpreise. Zum einen ist das wirtschaftlich nutzbare Uranerz begrenzt. Zum anderen ist die Kernenergie zivil nur zur Stromerzeugung in der Grundlast einsetzbar und ersetzt damit praktisch kein Öl und nur wenig Erdgas.
Die Nutzung der Kernenergie ist mit zahlreichen gravierenden, noch immer ungelösten Problemen verbunden. Dazu gehört die Frage der Endlagerung: Trotz jahrzehntelanger ziviler Kernkraftnutzung gibt es noch immer weltweit kein einiges Endlager für die noch jahrhundertelang strahlenden abgebrannten Brennstäbe.Auch die zivile Kernenergienutzung ist ein Sicherheitsrisiko. Kraftwerke sind Ziele von Terroranschlägen, das anfallende radioaktive Material kann für schmutzige Bomben genutzt werden. Wenn zukünftig statt des knapper werdenden Uranerzes zur Herstellung von Brennstäben verstärkt schnelle Brüter oder Plutonium eingesetzt werden sollte und dabei mehr waffenfähiges Material entsteht, dann steigt die Sicherheitsgefährdung nochmals zusätzlich an.
Der weitere Einsatz der kapitalintensiven Großtechnologie Kernkraft festigt die Marktstellung der vier großen Stromanbieter und blockiert die dringend notwendige Dezentralisierung der Energieerzeugung. Der Atomlobby geht es nicht um Klimaschutz oder Energiepreise. Sie haben vor allem ihre sprudelnden Gewinne durch ihre alten und abgeschriebenen Atomkraftwerke vor Augen. Der Weiterbetrieb der 17 deutschen Atomkraftwerke würde den Kraftwerksbetreibern nach Angaben ihrer Fachleute zusätzliche Gewinne von 10 Milliarden Euro jährlich einbringen. Das Festhalten an dieser strahlenden Risikotechnologie bringt weder den Menschen noch der Umwelt Vorteile.









