Kapitalismuskritik

DON’T FIGHT THE PLAYER - FIGHT THE GAME

Wir Jusos wollen eine Gesellschaft, in der die Menschen frei und gleich leben.

Derzeit gibt es viele Strukturen, die das verhindern. Dazu zählen neben Rassismus auch Antisemitismus und Nationalismus. Aber auch Frauen und Männer leben noch immer nicht gleichgestellt miteinander. Vor allem aber ist es auch der Kapitalismus, der unsere Gesellschaft strukturiert. Die ihm innewohnende Logik und Dynamik der Verwertung durchzieht alle Lebensbereiche und sozialen Beziehungen der Menschen untereinander. Der Kapitalismus ist gekennzeichnet durch den Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit. Triebkraft kapitalistischer Gesellschaft ist die Suche nach immer neuen Verwertungsmöglichkeiten für das eingesetzte Kapital. Der eigentliche und logisch notwendige Zweck der Produktion ist nicht die Bedürfnisbefriedigung, sondern die Vermehrung des eingesetzten Kapitals.

Dem Kapital steht in unserer Gesellschaft die Arbeit als zweites strukturierendes Element gegenüber. Arbeit ist nicht nur für die überwiegende Mehrzahl der Menschen von entscheidender Bedeutung bei der Sicherung des eigenen Lebensunterhalts; ohne Arbeit wird auch die Produktion von Waren und Dienstleistungen unmöglich. Um das Notwendige zu produzieren, ist die Gesellschaft daher auf Arbeit angewiesen. Für den Einzelnen ist Arbeit in den meisten Fällen die einzige Möglichkeit, sich den Lebensunterhalt zu sichern. Während Arbeitskraft fast allen zur Verfügung steht, sind die Produktionsmittel höchst ungleich verteilt. Dieser Zwang zum Verkauf der eigenen Arbeitskraft, um zu überleben, und die Konkurrenz der Menschen untereinander um Arbeitsplätze sind ein weiteres strukturierendes Element des Kapitalismus.

Über die Stellung innerhalb der Produktion wird jedem seine gesellschaftliche Stellung zugewiesen, aber auch die Selbstwahrnehmung definiert. Deshalb ist in der kapitalistischen Gesellschaft Erwerbsarbeit auch für den einzelnen Menschen und die Gestaltung seines Lebens zentrales Element.

Die kapitalistische Gesellschaft basiert auf dem Marktprinzip. Zum Markt gehört die Konkurrenz. Konkurrenz wird immer Gewinner und Verlierer produzieren und damit auch soziale Ungleichheit. Wir Jusos sind davon überzeugt, dass nur jenseits des Kapitalismus eine Gesellschaft, in der alle in Freiheit und Gleichheit leben können, möglich ist. Deshalb verstehen wir uns als sozialistisch und kämpfen für den demokratischen Sozialismus. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch im Hier und Jetzt durchaus Veränderungen möglich sind und für diese lohnt es, sich tagtäglich stark zu machen.

Die Wirklichkeit in all ihrer Unvernunft braucht nämlich Menschen, die sich nicht nur auf die Ebene der Kritik zurückziehen, sondern gegen die alltäglichen Zustände das solidarische Prinzip setzen und sich nicht zu fein sind, auf allen Ebenen den zähen Kampf um Akzentverschiebungen zu führen.

Doppelstrategie

Die Jusos sind davon überzeugt, dass man politische Veränderungen zum einen auf parlamentarischem Wege und zum anderen durch gesellschaftliche Bewegungen wie z. B. die Frauenbewegung erreichen kann. Deshalb verfolgen die Jusos die Doppelstrategie: Wir kämpfen in und mit der SPD, aber wir arbeiten auch in sozialen Bewegungen mit, beteiligen uns an Demonstrationen oder machen Aktionen zusammen mit unseren BündnispartnerInnen.